Das Ohr immer am Gleis haben

„Bei hippen Start-Ups wird sich geduzt, also machen wir das  auch “, stellten Sebastian Nordenbruch und Sarah Poschag gleich zu Beginn ihres Vortrages klar. Damit wäre das erste gängige Klischee über Start-Ups erfüllt. Aber kein Ding, die meisten Mitglieder und Gäste des Marketing Clubs Magdeburg duzen sich eh untereinander, denn in lockerer Atmosphäre lässt es sich einfacher Netzwerken. Die Bar Xampanyeria am „Hassel“ bot eine kuschlige Duz-Atmospshäre mit spanischen Flair bei Wein und Tapas.

 Sarah Poschag und Sebastian Nordenbruch sind bei Kilenda für das Marketing zuständig. Das Start-Up aus Magdeburg vermietet im Kerngeschäft Kinderkleidung und Spielzeug und seit neustem Damenmode. Sie zeigten auf, wie sich mit gezieltem Marketing aus einer „verrückten Idee“ ein wachsendes Unternehmen mit 4000 Kunden in Deutschland und Österreich entwickelte.

 Kinder wachsen schneller aus ihren Sachen heraus als es die ökonomische und ökologische Vernunft gebietet. Viele Sachen sind noch zu gut um sie wegzuwerfen, aber ohne große Mühen einen Abnehmer zu finden, ist oft gar nicht so einfach. (Im Internet kursieren zahlreiche Erfahrungsberichte von genervten Müttern zu diesem Thema, einfach mal googeln.) Die Idee Kindersachen zu vermieten, scheint also gar nicht so verrückt zu sein. Aber kann sich daraus ein dauerhaft tragfähiges Geschäftsmodell entwickeln?

 Die Gründer von Kilenda haben es vor rund sechs Jahren einfach ausprobiert. Sie haben ohne großen Aufwand einen Onlineshop gebaut, Sachen von H&M gekauft, abfotografiert, online gestellt und geschaut was passiert. Erst bei Nachfrage wurden die benötigten Kindersachen nachgeordert. Und siehe da, das Interesse war so groß, dass  rund ein Jahr nach dem Start des Experiments Investoren, Zulieferer und externe Berater gesucht wurden, um das ganze professionell aufzuziehen. Der Erfolg nahm Fahrt auf, so einfach kann gründen sein.

So ganz einfach war es dann doch nicht. Es brauchte schon einiges an Überzeugungskraft, denn was man nicht kennt, stößt nur selten auf sofortige Begeisterung. Es habe auch schleichende Entwicklungen gegeben, bei der man die Bedürfnisse der Zielgruppe aus den Augen verloren habe, mit entsprechenden Folgen, erinnern sich Sarah Poschag und Sebastian Nordenbruch. Da hieß es „Ohr ans Gleis“ um zu hören was aus der Ferne anrollt, wie die Zielgruppe tickt, was sie will. „Back to the roots“, die Strategie immer wieder neu zu hinterfragen. Neue Ideen einfach ausprobieren, „ohne in Schönheit zu ertrinken“. Marketing heißt bei Kilenda experimentieren, analysieren, lernen, optimieren.

Diesem Arbeitskreislauf sei sich Kilenda bis heute treu geblieben und fährt offensichtlich gut damit. Im vergangenen Jahr würdigte das Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung Kiledna mit dem Unternehmerpreis „AURA“, eine Auszeichnung für herausragendes unternehmerisches Wirken in Sachsen-Anhalt.

Kilenda ist ein Unternehmen mit Zugkraft, klarem Kurs und noch voll in Fahrt.

 Der Vortrag war eine Stunde volle Pulle Marketingwissen am Beispiel Kilenda, an dem sich noch viele Fragen der Gäste anschlossen. Das Thema zog viele neue und vor allem junge Gäste an. Wir würden uns freuen, wenn wir sie auch bei weiteren Clubabenden begrüßen oder sogar als Mitglied gewinnen können.

Wir möchten uns bei allen Beteiligten für einen wunderbaren Clubabend herzlich bedanken.

Weitere Informationen zu Kilenda gibt es online unter www.kilenda.de

Text und Fotos von Florian Schreiter

Kleider mieten statt kaufen, das ist die Geschäftsidee von kilenda.

Der Clubabend in Bildern