Warum die Investition in Design gut für den Umsatz ist

Der Marketing Club Magdeburg zu Gast im kreativem Zentrum der Stadt - dem Kultur- und Kreativwirtschaftszentrum Magdeburg/ Forum Gestaltung.

Die ehemalige Kunstgewerbe- und Handwerksschule in der Brandenburger Straße hat schon einige große Persönlichkeiten hervorgebracht, wie wir von Norbert Pohlmann, Geschäftsführer des Vereins Forum Gestaltung einleitend erfuhren. Als Kultur- und Kreativwirtschaftszentrum vereint sie heute wieder zahlreiche kreative Köpfe und Unternehmen unter einem Dach. Auch der Marketing Club Magdeburg hat dort seine Geschäftsstelle.

Ein passender Ort um über das Thema Design zu sprechen.

Was gutes Design ausmacht, darüber lässt sich vielleicht streiten. Aber offenbar nicht darüber, dass Design einen essentiellen Einfluss auf den Unternehmenserfolg hat. Kein Wunder, denn der Mensch nimmt seine Umwelt hauptsächlich über das Sehen wahr. Design wirkt. Davon überzeugte uns Kommunikationsdesigner Norbert Gabrysch in seinem Vortrag. Der Mitbegründer und Vorstandsvorsitzender der wirDesign communication AG in Braunschweig betrachtete das Thema einmal nicht von seiner kreativen, sondern von seiner wirtschaftlichen Seite. Anhand seiner Beispiele wurde deutlich: Design schafft einen Wiederkennungswert, Design schafft Alleinstellungsmerkmale, Design fällt auf, Design schafft Vielfalt, Design weckt Assoziationen, Design hat einen Einfluss auf den Preis und Gewinn.

Der Uhrenkonzern Swatch beispielsweise, weltweit bekannt durch seine bunten Uhren,  konnte sich durch seine Designstrategie zu einem Global Player seiner Branche entwickeln. Halbjährlich bringt das Unternehmen neue Kollektionen auf den Markt. Darüber hinaus gelang es den Produktentwicklern durch ein neues Designkonzept, die Teile der Uhren von 91 auf 51 Teile zu reduzieren. Hieran zeigt sich deutlich,  Design ist mehr als nur „schön“. Kombiniert mit einer klaren Strategie, schafft Design einen wirtschaftlichen Mehrwert. Anhand des „Red Hot Index“ und Kundenumfragen machte Norbert Gabrysch noch einmal an harten Zahlen deutlich, dass designaffine Unternehmen erfolgreicher sind, denn das Design hat einen Einfluss auf die Kaufentscheidung des Kunden.

Darüber hinaus wurden einige Produkte von kreativen Köpfen ausgestellt: Martin Wiesener, Dozent des Studiengangs Integrated Design Engineering an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg präsentierte Produktentwicklungen von Studenten, die in Zusammenarbeit mit Unternehmen entstanden sind, wie ein Mähdrescher (als Modell) mit neuer Erntetechnologie und ein Messgerät für Flüssigkeiten. Der Masterstudiengang verbindet die vielfältigen Disziplinen der Produktentwicklung in einem Studiengang. Die Exponate waren bis vor kurzem in der Ausstellung „Design trifft Maschinenbau“ im MDR-Landesfunkhaus zu sehen. Ein Exponat der Ausstellung war auch das erste Chefmesser aus Holz für Profis und ambitionierte Hobbyköche. Es erregte bei unseren Clubabendbesuchern großes Interesse, da es nicht nur durch sein ungewöhnliches Material und Design Aufmerksamkeit auf sich zog, sondern auch durch sein Leichtgewicht überraschte. Die Idee hatte Sven Regener, der leider nicht vor Ort sein konnte, während seines Studiums. Daraus ist mittlerweile das Unternehmen Lignum entstanden, das im Kultur- und Kreativwirtschaftszentrum seine Werkstatt hat. Auch die private Schule für Mode und Design hat dort ihr Domizil. Leiterin Barbara Liebecke präsentierte ein Kleid für den kommenden Operettensommer in Schönebeck.

Es war ein interessanter Abend in einem Haus, das aus historischer Tradition eine Brücke in eine kreative Zukunft schlägt.